Partnerschaft
Was tun bei einer Außenbeziehung?
10. Januar 2019
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Herzlich Willkommen in meiner Praxis für Paar- und Sexualtherapie!

 

Die meisten Klienten kommen zu mir, wenn sie sich in einer Krise befinden und alleine keinen Ausweg mehr finden. Häufig ist der Auslöser dafür, dass der Partner/die Partnerin eine Außenbeziehung eingegangen ist oder sich in einen anderen Menschen verliebt hat. Das ist für eine Paarbeziehung eine existenzielle Krise, da das Vertrauen verloren gegangen ist. In einer solchen Situation fragt man sich:

• Hat unsere Beziehung überhaupt noch eine Chance?
• Warum ist das passiert? Was stimmt bei uns nicht?
• Kann ich ihm/ ihr je wieder vertrauen?
• Wie kann ich diese Verletzung überwinden?
• Und der Doppelt- Gebunde mag sich fragen: Soll ich die Außenbeziehung aufgeben? Und bleibt dann alles so, wie es vorher war?
Wird der andere mir das ewig vorhalten? Oder will ich mein bisheriges Leben verlassen- und was kommt dann auf mich zu?

Eine Außenbeziehung zeigt den Beteiligten sehr deutlich, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Konnte man bisher vielleicht noch über Unzufriedenheiten (z.B. weil ein Partner schon länger keine Lust mehr auf Sexualität hat) und Konflikte (wie ständiges Nörgeln, streiten, wenig Anerkennung vom anderen etc.) hinweg sehen, ist das ab jetzt nicht mehr länger möglich.

Leider haben wir wenig Erfahrung oder Vorbilder darin, wie wir mit solchen Krisen konstruktiv umgehen können- die meisten Liebesfilme und –geschichten enden ja genau da, wo die Beziehungsarbeit erst anfängt.

In meiner Arbeitsweise verstehe ich eine solche Krise als eine Herausforderung für das Paar, gemeinsam einen neuen Entwicklungsprozess zu suchen. Dies bedeutet, dass ich nicht in Kategorien wie „Opfer“ und „Täter“ denke, sondern respektvoll und unparteiisch beide Partner bei ihrem Lösungsweg unterstütze. Es geht darum, die jeweiligen Bedürfnisse und Grenzen (wieder oder neu) zu spüren und nach den vorhandenen Ressourcen zu suchen. Typische Fragen sind dabei z.B.:

• Was verbindet Sie in Ihrer Paarbeziehung?
• In welchen Zeiten haben Sie sich beide in der Beziehung wohl gefühlt- und was war da anders als heute?
• Welche Sehnsüchte/ Bedürfnisse sind im Alltag auf der Strecke geblieben? Welches Defizit haben Sie durch die Außenbeziehung versucht, auszugleichen? Wie können Sie dieses Bedürfnis auch in Ihre Partnerschaft integrieren?
• Wo haben Sie vielleicht Ihre eigenen Grenzen nicht oder zu spät erkannt und sich selber in der Beziehung zum anderen überfordert?
• An welcher Stelle sind Sie Ihrem Partner/ Ihrer Partnerin dankbar für das, was Sie mit ihm erleben können und an welcher Stelle       fordert er Sie heraus, weil er anders ist als Sie?
• und zum Schluss: Wie können Verletzungen, die Sie sich gegenseitig zugefügt haben, verziehen und überwunden werden, damit Sie es  sich nicht immer wieder zum Vorwurf machen müssen?
• Wie kann sich die Beziehung für Sie gemeinsam entwickeln, so dass Sie sich beide vom anderen gesehen und anerkannt fühlen?

Ob es zu einer Weiterführung der Paarbeziehung kommt, kann niemand vorhersehen- natürlich auch nicht der Paartherapeut/ die Paartherapeutin. Am Ende von einer Paartherapie kann auch eine Trennung stehen. Auch wenn das für beide Seiten oft sehr traurig ist, kann man nach meiner Erfahrung dann jedoch diese Trennung durch die professionelle Begleitung und Unterstützung respektvoll und auch dankbar vollziehen. Wenn man nicht (mehr so) verbittert und verletzt ist, profitieren vor allem gemeinsame Kinder davon, da man weiterhin die Rolle als Eltern leben muss. Und beiden Partnern geht es auch viel besser, als wenn ein negatives Gefühl das weitere Leben bestimmt. Und nicht zuletzt hat das Verstehen und Aussöhnen mit der Vergangenheit auch positive Auswirkungen auf eine mögliche nächste Partnerschaft und auf das gesamte Wohlbefinden (ständige Verletzungen verursachen- wissenschaftlich nachgewiesen- körperliche Symptome wie Bluthochdruck, Magen- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Depressionen).

Mit meinen Methoden kann ich Paaren helfen, ihre Kommunikation (wieder) zu verbessern und das gegenseitige Verständnis zu erhöhen. Meine Haltung dabei ist optimistisch und respektvoll.

Gerne möchte ich Sie darin unterstützen und begleiten, damit Sie wieder zu einem inneren Gleichgewicht zurück finden. Ich habe großen Respekt davor, wenn Menschen um Ihre Liebe kämpfen, weil das heute nicht selbstverständlich ist. Und ich biete Ihnen einen kompetenten und sicheren Rahmen, in dem gemeinsame Entwicklungsschritte für Sie als Paar möglich werden!

Übrigens gaben nach einer Untersuchung von Gunther Schmidt (Hamburg) 36% der befragten Paare an, dass die Außenbeziehung die bestehende Partnerschaft am Ende gestärkt habe und 12% sagten, dass es sie belastet habe (nach Schmidt, Gunther, Starke, Kurt: „Treue unmodern?“, 2006)